Marje Hirvonen

Residenzkünstlerin am LOFFT – DAS THEATER Leipzig, Juli 2022
+ Choreografin der TANZ_TAUSCH KOPRODUKTION „En Vogue“

Photo of Marje Hirvonen
Marje Hirvonen

© Alessandro De Matteis

»I am interested in the current phenomena in our society. Phenomena that touches practically everyone. I observe them, explore their limits, go into the deep. Then I will, with a certain amount of irony, expose them on stage.«

— Marje Hirvonen

Marja-Leena (Marje) Hirvonen ist in Finnland geboren. Seit Herbst 2008 lebt sie in Köln. An der Hochschule für Musik und Tanz Köln studierte sie Bühnentanz und schloss erfolgreich ihr Studium ab. Schon vor ihrem Studium arbeitete Marje mit verschiedenen finnischen Tanzensembles, u.a. Cat People und Step Up-dancers. Darüber hinaus unterrichtete sie Jugendensembles. Während ihres Studiums verbrachte sie vier Wochen in Indien, in Chennai, um indische Kampfkunst und klassische indische Tanzformen zu studieren. Seit ihrem Abschluss an der Hochschule für Musik und Tanz arbeitet sie als Tänzerin und Choreographin in verschiedensten Projekten in Kooperation mit Künstler_innen unterschiedlichster Disziplinen: Tanz, Installation, Design, Musik, physisches Theater, Video und Fotografie sowohl in NRW als auch im Ausland. Verschiedenen Formen des Theaters haben sie schon immer fasziniert: in Amsterdam arbeitete sie mit Jakob Ahlbom, der einen sehr eigenen Stil im physischen Theater entwickelt hat. Neben dem Choreografieren performt Marje Hirvonen in vielen verschiedenen Projekten, unter anderem ist sie seit vier Jahren Mitglied sowohl der Gruppe Fantastic5 (einer urbane Tanzgruppe) als auch des FREIraum Ensembles, das jährlich site-spezifische Performances präsentiert. Sie selber wirkte in verschiedenen Musikvideos mit und choreografierte 2017 für das Musikvideo ‘‘No’’ der Band Bukahara mit 70 Laien-Tänzer*innen. Ihre Interessen liegen in aktuellen, sozial (-kritischen) Themen, die ihre Umwelt beobachten und kommentieren. Sie platziert sich als Künstlerin zwischen Tanz, Theater und Performance

➞ www.marjehirvonen.com

En Vogue

„First of all, I propose that queer bodies, which move across a range of public spaces, embody not only forms of action and mobility but also prevail as ambiguous, untamed or non-disciplined. “ (Elisabeth Grosz, 1994)

„En Vogue” stellt die relevanten Fragen: Wie können Körper durch Tanz Handlungsmacht auf die Bühne bringen? Wie kann ein tanzender Körper politischer Ausdruck und ein Akt bejahenden Widerstands sein? Was lehrt uns die queere und transidente Tanzform des Voguing darüber, wie unsere tanzenden Körper politisch sein können? „En Vogue“ ist ein Safe Space, eine Versammlung, eine Party und ein Catwalk. Voguing ist Storytelling. Verschiedene, einzigartige Performer_innen mit ihren Biografien auf dem Runway. „En Vogue“ feiert die weibliche Energie, die über die weiblich gelesenen Körper hinaus geht. „En Vogue“ ist ein Spielplatz und ein Ballsaal; verspielt, tolerant – und extravagant. Erfinde dich selbst, sei was immer du sein willst und du wirst gesehen! „En Vogue“ ist eine Party im Paradies.

Cindy Hammer

Residenzkünstlerin beim tanz.tausch festival köln, Juli 2022 + Choreografin der TANZ_TAUSCH KOPRODUKTION „Asphaltwelten“

Photo von Cindy Hammer
Cindy Hammer

Foto: Stephan Tautz

»Es geht darum, dass wir Menschen nicht gemütlich genug sind. Wir sind vielmehr gestresst und Getriebene in unserem Streben nach Produktivität und Optimierung. Und auf der anderen Seite gehen wir viel zu bequem an, dass unsere Gesellschaft eigentlich viel offener und gleichberechtigter sein müsste. Wir müssen uns daran gewöhnen, in unserer Gemütlichkeit Platz für andere zu machen. Das ist ein Prozess, der notwendig ist, der aber auch mit Verlustängsten einhergeht.«
— Johannes Blattner

Cindy Hammer, geboren 1989 in Deutschland, begann im Jahr 2000 Tanz an der Palucca Hochschule für Tanz in Dresden zu studieren, abgeschlossen im Jahr 2010 mit Diplom. Während ihres Studiums arbeitete sie mit Choreograf_innen wie Amanda K. Miller, Rosie Herrera, Yeona Yu, Emily Molnar and Yuval Pick. 2009 bekam sie das Arnhold-Esther-Seligmann Stipendium, welches sie zum American Dance Festival in Durham, North Carolina führte. 2010 gründete sie zusammen mit dem Musiker Siggy Blooms das Künstlerkollektiv Go Plastic, welches Bühnenaufführungen, Club-Auftritte und Kurzfilme hervorbrachte. Im Jahr 2012 entwickelte sie aus dem Go Plastic collective die Tanztheater Gruppe Go Plastic Dance Theatre, welche zahlreiche Bühnen- und Off-Kreationen herstellt. Desweiteren arbeitet sie in Kooperation mit HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, LOFFT.Leipzig, projekttheater Dresden, TENZA-Schmiede, Palucca Hochschule für Tanz Dresden und ist ein Mitglied von TanzNetzDresden. Cindy Hammer tanzte in freiberuflichen Produktionen mit Künstlern wie Johanna Roggan (the guts company), Miriam Welk (wilde pferde), Valentina Cabro, shot AG, Rosie Herrera und Avatara Ayuso. 2013 wurde sie mit dem ARRAS Award ausgezeichnet, welcher die Präsentation ihres Stücks WANKUKU einschloss. Sie tritt als Tänzerin und mit ihren eigenen Stücken in Städten wie New York City, Montreal, Paris, Amsterdam, Skopje, Berlin, Stuttgart, Bielefeld, Leipzig und Dresden auf.

➞ www.goplasticcompany.de

Asphaltwelten

Der dritte und finale Teil des Projekts „Asphaltwelten“ der go plastic company befasst sich mit den Themen „Obdach & Leben auf der Straße“. Dieser letzte Part bearbeitet die künstlerische These einer Utopie: eine Gruppe, die sich der Stabilität und Sicherheit entsagt: ein Leben ohne Wände, ohne Versicherung, ohne Verwurzelung. Im Körper zuhause sein, nicht in Gebäuden. Unabhängig von Herkunft, Ausrichtung und Meinung. Ein Zusammenwürfeln von Biografien auf öffentlichem, aber „neutralem“ Boden. Wie empfinden und gestalten wir unser eigenes „artistic shelter“? Wie weit reicht es; umfasst es nur mich oder auch andere? Wie kann ich es tragen, stützen, mitnehmen und (mit)teilen?

Das Kollektiv verarbeitet und reflektiert in dieser abschließenden Arbeit, die über den gesamten Projektzeitraum entstandenen und geführten Diskurse zu den gesetzten Themen Obdach, Leben und Schaffen auf der Straße, Körper im öffentlichen Raum und deren Wahrnehmung(en). Entstehen soll ein partizipatives Tableau, welches die gesammelten Thesen, Fazits und Erkenntnisse in all ihrer Komplexität, Diversität und Widersprüchlichkeit eint und veranschaulicht.

Performance: Caroline Beach, Cindy Hammer, Joseph Hernandez
Musik: Johannes Till
Video: Benjamin Schindler
Art Work: Dominik Glöß, Stephan Tautz
Künstlerische Leitung: Cindy Hammer, Susan Schubert
Kostüme: go plastic